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Gesundheitsinventarisation der Border Terrier
in den Niederlanden
Stichprobe Jahrgänge 1998, 1999, 2000 en 2001
Umfrage 2004
Peter Prins,
Janneke Scholten
&
Ed.J. Gubbels
Genetic Counselling Services
, März 2005
Unter diesem Titel erschien im dritten Quartal 2005 die endgültige Fassung der Ergebnisse der Gesundheitsumfrage wie die von Genetic Counselling Services in Hillegom ausgeführt wurde im Auftrag des Niederländischen Border Terrier Klub (NBTC).
Mit Erlaubnis von Genetic Counselling Services werde ich hierunter die am meisten im Rahmen dieser Website passenden Ergebnisse Revue passieren lassen. Dabei habe ich versucht den ursprünglichen Text des Berichtes so gut möglich zu erhalten.
E. Jabroer-ter Lüün

Anlässlich der Ergebnisse der Gesundheitsumfrage wurde vom NBTC am 22. Oktober 2005 ein Züchtertreffen organisiert.
Herr Peter Prins, verbunden an Genetic Counselling Services, erläuterte die Ziffern so wie die festgelegt wurden im Bericht, wonach der Vorstand näher einging auf die Schlussfolgerungen und Empfehlungen.
Dabei erklärte sich der Vorstand des NBTC sich bereit mit dem Forschungsteam des Universitäts Ütrecht zusammen zu arbeiten im Rahmen des hohen Prozentsatzes der Probleme, gemeldet in der Kategorie 'Nervensystem'.

Der Bericht
Der Border Terrier ist eine Rasse die in den vergangenen zehn Jahren in den Niederlanden eine stätig wachsende Popularität erlebt hat.
Um 1995 wurden jährlich etwa 45 Würfe und durchschnittlich 190 Welpen ins Niederländische Zuchtbuch (NHSB) eingetragen; ab 2000 ist die Anzahl der Würfe zirka 70, mit durchschnittlich 315 Welpen pro Jahr. (siehe Tabelle) . Die Größe der derzeitige registrierte totale Population in unserem Land sollte, bei einem erwarteten Lebensdauer von etwa zwölf Jahren, auf 3000 Tiere geschätzt werden.
Zahlen der ins NHSB eingetragene Border Terrier Welpen, 1994-2004
Für den Rassenverein, der Niederländische Border Terrier Klub (NBTC), stellte sich die Frage ob, und inwiefern, es tatsächlich strukturelle Probleme gibt mit der Gesundheit oder dem Verhalten/Temperament der Rasse.
So wie jede Rasse, kennt auch der Border Terrier Abweichungen und Störungen für die man eine genetische Grundlage vermutet .
Von wesentlicher Bedeutung ist die Frage ob es, für ein oder mehrere dieser Probleme, eine derartige Situation gibt daß akutes Eingreifen erwünscht oder notwendig ist. Unter anderem der von mehreren Leuten behaupteten Frequenz der (epileptiforme) Anfälle und deren möglichen Ernst, war eine Überlegung bei dieser Fragestellung.
In 2003 entschloß sich der Rassenverein um, in zusammenarbeit mit ‘Genetic Counselling Services
’ (GCS), eine Inventarisation einer Zahl der Charakteristike des Border Terriers in den Niederlanden in Gang zu setzen.
Ende Oktober 2004 erhielten alle Besitzern von Border Terriern geboren in 1998, 1999, 2000 und 2001 einen Brief mit der Bitte Informationen zu verschaffen über ihren Hund und wie sie ihren Hund erleben in Bezug auf das Funktionieren dieses Hundes. Aus diesen so gesammelten Daten wurden die qualitative und quantitative Informationen ermittelt die in diesem Bericht niedergelegt sind.
Das dieser Bericht zustande kommen konnte verdanken wir den 670 Besitzern die so viel Verbundenheit mit 'ihre Rasse' fühlten daß sie sich bemühten das Umfrageformular aus zu füllen und zurückzuschicken.
Wir sind ihnen sehr dankbar für ihren unentbehrlichen Beitrag an dieser Umfrage.

Überlegungen bei der Wahl der Stichprobe
Die Zusammenstellung einer Stichprobe wird bestimmt von der Zielsetzung der Untersuchung. Die Erforschung der möglichen Problemen mit Gesundheit und Verhalten des Border Terriers wurde in Gang gesetzt aus der Feststellung daß es zu wenige strukturelle Informationen gab über die heutige Niederländische Population der Rasse. Deswegen wurden für die Untersuchung die nachfolgende Ziele gesetzt:
- Eine Übersicht verschaffen über die wichtigste Probleme in der Niederländischen Border Terrier Population.
- Eine Schätzung machen für die Frequenzen mit denen diese Probleme auftreten.
- Das Formulieren von Schlussfolgerungen und Empfehlungen zugunsten der Züchtern und des Rassenvereins.
Beim Anfang der Untersuchung wurden die bei den Border Terrier vermutete Probleme evaluiert. Aufgrund dieser Evaluation hatte man sich entschieden die Besitzern der Tieren im Alter von drei bis zu sechs Jahren zu befragen.
Genetic Counselling Services
analysiert die Daten pro Geburtsjahr der Hunden. Das bedeutet daß man in den meisten Tabellen Jahreszahlen finden wird. Somit ist im ganzen Bericht klar aus welchem Anteil (Jahrgang) der Population die Daten und die dazugehörenden Schlussfolgerungen stammen.
In diesem Bericht findet man die Zählungen der Umfrageergebnisse, ergänzt vom entsprechendem Prozentsatz. Dieser Prozentsatz ist eine 'Punktschätzung'.. Wir müssen dabei bedenken daß es sich um eine so genau wie mögliche Schätzung handelt, ausgehend von der Stichprobe.
Der wirkliche Wert, der Wert den wir finden würden wenn wir die ganze Population untersuchen würden, kennen wir nicht. Wir können schon, mit einer zuvor fest zu stellen Zuverlässigkeit, andeuten im welchem Gebiet der wirkliche Wert sich befindet. Das tun wir mittels einer sogenannten 'Intervallschätzung'.
Bei der Untersuchuing hat man eine Zuverlässigkeitsquote von 95 Prozent gewählt. In der Prozentsatzspalte findet man dann z.B. für eine Kondition die man bei 5 Prozent der Hunde feststellte, den Prozentsatz 5,0 ± 1,4.
Das bedeutet daß der wirkliche Wert sich, mit einer Zuverlässigkeit von 95 Prozent, zwischen 3,6 und 6,4 Prozent befindet. Die Breite des Intervalls wird bestimmt von der Anzahl der Beobachtungen worauf die Schätzung beruht. Je nachdem diese Anzahl größer ist wird das Intervall kleiner und bekommen wir also eine bessere Schätzung der wirkliche Frequenz, die Frequenz mit der die Kondition in der Population vorkommt.

Mithilfe an der Umfrage
Ende Oktober 2004 wurden 1126 Umfrageformulare verschickt an die Besitzer von Border Terriern geboren in 1998, 1999, 2000 und 2001. Mit Hilfe des GCS-Umfrageformulars befragte man die Besitzer über das Wohl und Wehe der Hunde.
Von diesen 1126 Formulare wurden 670 (59,5 procent) von den Besitzern ausgefüllt und zurückgeschickt, damit zeigt sich auch, daß die meiste Border Terrier Besitzer eine gute Beziehung zum Rassenverein haben.
Von den 659 Besitzern die diese Frage beantworteten, hatten 325 angedeutet daß es Probleme mit der Gesundheit des Hundes gegeben hatte (siehe Tabelle). In den untersuchten Alterskategorien hatte mehr als 49% der Hunden mit Gesundheitsproblemen zu tun. Im Vergleich zu anderen, schon früher untersuchten Rassen, ist dies ein Durchschnittsprozentsatz.
Gesundheitsprobleme
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Jahr
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Probleme: JA
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Zahl
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Zahl
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1998
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1999
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2000
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In der Gruppe mit Problemen deutete 92,3 Prozent der Besitzer an daß sie wegen der Probleme einen Tierarzt aufgesucht hatten. Nur 18 Besitzer meldeten daß sie das nicht gemacht hatten, 7 Besitzer ließen diese Frage unbeantwortet.

Gesundheitsprobleme aufgeteilt per System
Die meiste probleme wurden gemeldet in der kategorie 'Geslechtsorgane'. Bei den Rüden handelte es sich hauptsächlich um Meldungen von Monorchidie/Kryptorchidie, bei den Hündinnen spielten Scheinschwangerschaft und (etwas weniger) Entzündungen der Gebärmutter eine wichtige Rolle.
Wie bei fast allen schon untersuchten Rassen gibt es auch beim Border Terrier viele Probleme in der Kategorie 'Haut & Haar'. 1 auf 9 Hunden hat hiermit zu tun. Fast 60 Prozent (58,1 %) der Hautkonditionen wird verusacht von Allergien, ansonsten sind kleine Tumore, Seborrhoe (fettige Haut), Milben und unspezifische Entzündingen Schuld an diesem Problem.
Als dritter in dieser Reihe finden wir die Probleme im 'Nervensystem' (8,2 %) . In nahezu allen Fällen (92,5 %) werden diese verursacht von Epilepsie oder epileptiformen Symptomen. In den restlichen Fällen wurden andere neurologische Konditionen festgestellt oder es fehlte eine genaue Diagnose.
Auch das Verdauungssystem punktet hoch im Vergleich zu früher untersuchten Rassen: bei 1 in 13 Hunde gibt es hier Probleme. In nahezu der Hälfte der Fällen (24 aus 51) betrifft es eine Futterallergie und/oder - Intoleranz wobei sich der Zustand des Hundes deutlich verbessert nach Anpassungen in der Diät.
Frequenz mit der Gesundheitsprobleme auftreten in den einzelnen Systemen (n=659)
Gebißanomalien (6,7%), sowie Probleme mit Ohren und Gehör (5,9%) kommen auch ziemlich oft vor. Bei den 5.3 Prozent Verhaltensprobleme wofür einen Tierarzt aufgesucht wurde, handelte es sich vor allem um aggressives und dominantes Verhalten anderen Hunden gegenüber und wurde hauptsächlich bei Rüden beobachtet. In nahezu allen Fállen kam es zu einer Kastration.

Rassenspezifische Gesundheitsprobleme
Bei nahezu allen Hunderassen kommen (genetisch bedingte) Abweichungen vor die, zurecht oder zu unrecht, in einem Atemzug mit der Rasse genannt werden.
Bei den Vorbereitungen dieser Umfrage wurde inventarisiert welche Abweichungen beim Border Terrier möglicherweise zu dieser Gruppe gehörten. In der Umfrage wurde dann ausdrücklich gefragt ob der betreffende Hund gelitten hatte oder leidete an einer oder mehreren dieser sogenannten rassenspezifischen Abweichungen. Unter anderem interessierte sich der Vorstand des NBTC am Vorkommen von Epilepsie und epileptiforme Anfällen.
Die Tabelle zeigt daß die Ergebnisse dieses Teils der Inventarisation sich anschließen bei dem was von mehreren Leuten schon im voraus erwartet wurde. Doch, so wie auch bei früheren Untersunchungen anderer Rassen, hat man feststellen müssen daß wir nicht alle im voraus schon vermutete Probleme auch tatsächlich in relevanten Zahlen zurückzufinden waren in der Stichprobe. So fanden wir unter den 659 Bordern wofür diese Frage beantwortet wurde keinen einzigen Hund mit Calvé/Legg Perthes oder mit Osteochondritis, und nur einen Fall von jeweils Spondylose und Katarakt.
Es stellte sich heraus daß epileptiforme Anfälle die am meisten beobachteten Abweichung beim Border Terrier sind (50 Hunde, oder 7,6 Prozent der Untersuchsgruppe; das ist 1 auf 13 Border Terriern).
Die bei dieser Kondition von den Besitzer geschilderte Symptome und/oder die vom Tierarzt erstellte Diagnose sind/ist nicht in allen Fällen ganz klar. In verschiedenen Fällen erkennt man das Bild der 'klassischen' Epilepsie. Inwieweit geschilderte Symptomen zu einer oder mehreren Konditionen gehören sollten nähere Forschungen erweisen, möglicherweise in Zusammenarbeit mit den Forschern der Fakultät der Veterinärmedizin in Ütrecht.
Da wurde vor kurzem eine Forschung gestartet nach den Krampfanfällen bei Border Terriern, ein Krankheitsbild das man ‘Canine Epileptoid Cramping Syndrome’ (CECS) genannt hat, (oder auch noch ab und zu ‘Spike’s Disease’ ).
Wegen den zu kleinen Zahlen pro Jahrgang kann man kein Urteil fällen über die Unterschiede in der Frequenz des Vorkommens in den verschiedenen Altersgruppen. Man sieht aber eine Tendenz daß der Prozentsatz der Fälle zunimmt je nachdem die Hunde älter werden.
Est ist aber ganz klar geworden daß es ein wesentlioches Problem gibt, das unsere ganze Aufmerksamkeit verdient.
Rassenspezifische Abweichungen (n=659)
Die in der Frequenz an zweiten Stelle stehende Abweichung beim Border Terrier ist die Atopie/Allergie, die auch dbei allen schon früher untersuchten Rassen hoch punktete.
Die übrige drei Abweichungen die auch in einer hohen Frequenz gemeldet wurden (Gebißanomalien 5,9%, Kryptorchidie 3,9% und Abweichungen an der Rute 3,6%) sind im Sinne des körperlichen Leidens oder Beschwerdes weniger wichtig. Im Rahmen der Zucht brauchen sie jedoch alle Aufmerksamkeit. Bei den Abweichungen an der Rute handelte es sich in nahezu allen Fällen um Knickruten.
Die übrige Kategorien sind nicht oder nur beschränkt relevant für die Ergebnisse dieser Umfrage.

Rüden/Hündinnen
Herausgestellt hat sich daß Rüden öfter Gesundheitsprobleme haben (total 272 Mal oder 0,86 Mal pro Rüde) als Hündinnen (total 234 Mal oder 0,67 Mal pro Hündin).
Wenn wir uns dann mal ansehen bei welchen Systemen es die größte Unterschiede gibt zwischen Rüden und Hündinnen, dann fällt uns auf daß die Rüden höher punkten in den Kategorien 'Verdauungssytem' und 'Verhalten'.
Es wäre ganz gut möglich daß die Zahl der Rüden die wegen Verhaltensprobleme zum Tierarzt gebracht wurden zu schwer akzentuiert wurde, weil Rüden mit unerwünschtem Verhalten oft kastriert werden, was bei den Hündinnen eher selten passiert. Gleich 28 aus 31 Rüden mit Verhaltensprobleme in unserer Untersuchung wurden kastriert und hatten deswegen einen Termin in einer Klinik. Nur 2 Hündinnen wurden aus dem Grund kastriert.
Genau so wurden die Ergebnisse für die Rasssenspezifische Krankheiten bei Rüden und Hündinnen verglichen. Hier sehen wir das gleiche Bild (Rüden punkteten 0,37 Mal und die Hündinnen 0,25 Mal), was man fast alles zurückführen kann auf die hohe Zahl der kryptorchiden Rüden.

Zucht
Die Verteilung über die Rüden der zur Welt gekommenen Würfen verleiht uns einigermaßen einen Einblick in das Ausmaß womit die Züchter zu Inzucht tendieren. Wir nehmen uns wieder die gleiche Generation vor, geboren zwischen 1-1-1999 bis 1-7-2001.
Verteilung der Würfe geboren zwischen 1-1-1999 en 1-7-2001 über Vatertiere, gemäß dem NHSB
Aus der obenstehende Tabelle stellt sich heraus daß es zwei Rüden gibt in der Kategorie 'mehr als10 Würfe', zusammen zeugten sie 32 Würfe , das ist ein Fünftel der Würfe geboren während dieser Periode. Somit bekommt nur ein sehr kleinesr Anteil der eingesetzten Rüden (3 % der Deckrüden) einen unverhältnismäßigen Einfluß auf die nächste Generation. Die fünf Rüden die 6-10 Würfe hatten (7,5 Prozent der Rüden) zeugten zusammen 36 Würfe (22 Prozent der hier gemeldeten Würfe).
Es kann hier kaum die Rede sein von einer 'gleichmäßigen Verteilung der Zuchttieren'. Besitzer von Hündinnen tendieren sehr dazu um für die benötigte Verpaarungen nur eine beschränkte Zahl von populären Deckrüden auf zu suchen.
Diese Popularität der viel eingesetzten Rüden hört nicht bei der Deckung auf. Es ist anzunehemen daß die Nachkommen dieser hoch populären Rüden wesentlich öfter teilnehmen werden an der Zucht der nächsten Generation als die Nachkommen von den übrigen, weniger populären Rüden. Damit wird der Effekt von den öbermäßig eingesetzten Rüden in aufeinander folgenden Generation verstärkt. Eine beschränkte Zahl der Zuchtrüden leistet zunächst direkt, und danach mittels der Nachkommen, einen unverhältnismäßig großen Beitrag an das genetische Material der zukünftigen Generationen.
Wegen ihrer biologischen Beschränkungen ist der direkte Beitrag der Hündinnen am Verlust der Erbmasse weniger groß wie bei den Rüden der Fall ist. Die Mindestzahl der Hündinnen die gebraucht wird um die Rasse zu erhalten liegt über die kritische Zahlen in Bezug auf Inzucht.
Hündinnen leisten ihren Beitrag am Verlust der Erbmasse vor allem durch den Einsatz ihrer all zu populären Sohnen.
Aufgrund der obenstehenden Daten und Überlegungen müssen wir zu der Schlussfolgerung gelangen daß es, langfristig, genug Gründe gibt um die Erhaltung der Erbmasse innerhalb der Border Terrier Population Aufmerksamkeit zu widmen. Das übermäßig einsetzen von einer zu beschränkten Zahl der Zuchtrüden is dabei die größte Gefahr.

Fertilität
Obenstehend haben wir den Einsatz von Zuchttieren unter die Lupe genommen, wobei die Zahlen dem Niederländischen Hundezuchtbuch entnommen wurden. Wir haben versucht einen Eindruck zu bekommen vom Ausmaß in dem das genetische Potential der Border Terrier Population in die nächste Generation hineingebracht wird. Jetzt wollen wir, anhand der mir der Umfrage erhaltenen Ergebnissen ein wenig einen Einblick bekommen in die Fertilität der Rasse.
In der Gruppe der Merkmale die zusammen ein Bild der 'Fertilität' (die Fruchtbarkeit, das Fortpflanzungsvermögen) vermitteln, finden wir die Resultante einer großen Zahl von physiologischen und ethologischen Prozessen des Tieres.
Entwicklungen der Fertilitätsmerkmale einer Population vermitteln uns wichtige Hinweise über die Zu- oder Abnahme der Vitalität dieser Population. Weil es sich hier handelt um eine erste Evaluation fehlen uns die Referenzwerte die wir bräuchten für eine Interpretation der Ergebnisse. Wir müssen uns deshalb beschränken auf eine Beschreibung, bis auf einer Ausnahme.
Das Zuchtbuch kann uns vielleicht sagen wieviele Welpen durchschnittlich pro Wurf registriert wurden (in den letzten 10 Jahren schwankte dies zwischen 4,4 und 4,7 Welpen pro Wurf). Wollen wir aber mehr wissen über die Fertilität einerPopulation, dann bringt uns das Zuchtbuch nicht viel weiter. Für allerhand andere Sachen die mit dem Fortpflanzungsvermögen zu tun haben, wie das nicht trächtig werden nach einer Deckung, nicht-natürliche Deckungen und/oder Geburt, tot geborene Welpen und Welpen im Nest gestorben, müssen wir uns an die Züchter wenden.
In der Umfrage wurde für 82 Hündinnen gemeldet daß sie mindestens einen Wurf hatten. Zusammen brachten sie 151 Würfe zur Welt. Bei 130 Würfe bekamen wir zusätzliche Informationen über Deckung, Trächtigkeit und Geburt:
- künstliche Besamung wurde nur einmal gemeldet;
- bei 6,2 Prozent der Deckungen (8 Mal) wurde die Hündin nicht trächtig, der Trächtigkeitsprozentsatz erreicht damit 93,8 Prozent;
- 4,6 Prozent (19) von den 130 Würfen wurde mit einen Kaiserschnitt entbunden;
- In sieben Fällen (8,5%) kam es in insgesamt 11 Würfe zu Wehenschwäche.
- Auch in zieben Fällen wurden sogenannte 'Schwimmer' gemeldet. Diese Frage wurde jedoch nicht konsequent beantwortet, so daß kleine Zahlen festgestellt werden konnten.
In 123 Würfen wurden auch die Zahlen der geborene und abgestillte Welpen gemeldet:
- insgesamt wurden 617 Welpen geboren;
- 26 davon wurden tot geboren, 9 starben bevor sie 8 Wochen alt waren;
- insgesamt wurden 582 Welpen abgestillt.

Schlussfolgerungen und Empfehlungen
In Bezug auf der Gesundheit:
- Was die Gesundheit betrifft punktet der Border Terrier sehr durchschnittlich im Vergleich zu anderen Rassen. Bei gut 49 Prozent in den untersuchten Altersgruppen wurden Gesundheitsprobleme gemeldet.
- Die am meisten gemeldete Probleme finden wir in der Kategorie 'Geslechtsorgane'. Bei Rüden handelt es sich meistens um Kryptorchidie oder Monorchidie, bei Hündinnen wurde oft eine Scheinschwangerschaft gemeldet.
- An zweiter Stelle finden wir Probleme mit 'Haut & Haar'. Bei nahezu allen bis jetzt untersuchten Rassen finden wir Probleme in dieser Kategorie hoch auf der Liste. Der Border Terrier ist dabei keine Ausnahme. Der Prozentsatz ist zwar hoch, aber nicht höher als bei den anderen schon untersuchten Rassen.
- Dem hohen Prozentsatz beim 'Nervensystem' sollte die höchste Aufmerksamkeit gewidmet werden. Bei fast einem auf zwölf Border Terriern wurden hier Probleme gemeldet.
- Diese Probleme im Nervensystem sehen wir auch wenn wir uns die Liste von (möglich) rassenspezifischen Problemen ansehen. Epileptiforme Anfälle werden hier zu einem nahezu gleich hohen Prozentsatz gemeldet wie bei der allgemeinen Gesundheitsumfrage. Fast acht Prozent der Hunde in der Untersuchungsgruppe leidet daran. Aus den Antworten läßt sich aber nicht schliessen ob es sich hier handelt um einer Form der 'klassischen' Epilepsie oder einer anderen Art der epileptiformen Anfällen.
Es wäre sehr zu empfehlen hier weitere Untersuchungen einzuleiten, wenn möglich in Zusammenarbeit mit den Forschern der Fakultät der Tiermedizin in Ütrecht, wo vor kurzem Forschungen gestartet wurden nach ‘Canine Epileptoid Cramping Syndrome’ (CECS) . Abhängig von den Ergebnissen könnte dann diesbezüglich ein Zuchtplan formuliert werden.
- Obwohl es eine ziemlich gute Verteilung gibt wenn man die Zahlen der Zuchttiere betrachtet, sehen wir auch beim Border Terrier die Tendenz zu einem übermäßigen Einsatz von einer beschränkten Gruppe der Deckrüden.
Wir verlieren damit nicht nur die vererbte Variation in der Rasse, doch wir befördern auch die Verbreitung der Erbmasse einer zu beschränkten Gruppe, was in den nächsten Generationen zu eine Zunahme der Inzucht oder sogar das massenhafte Auftreten von vererbten Abweichungen führen dürfte. e verliezen daarmee niet alleen erfelijke variatie van het ras, we bevorderen ook de verspreiding van het erfelijke materiaal van de te beperkte groep, hetgeen in volgende generaties tot inteelttoename en het massaal optreden van een of meer erfelijke afwijkingen leidt.
Der Rassenverein dient da in Tuchfühlung zu bleiben.
- Ein Vergleich der Verteilung von Gesundheitsproblemen bei Hunden mit und ohne Nachkommen brachte keine wesentlich verwertbare Ergebnisse.
- Sehen wir uns die Unterschiede beim Verhalten an dann stellt sich heraus daß Hündinnen womit gezüchtet wurde weniger knurrig und auch weniger ängstlich sind als die übrige Hündinnen.
- Kastrationen könnten eine wesentliche Bedrohung für die Zuchtplanung darstellen, vor allem dort wo es die Hündinnen betrifft, wovon im Alter von 3 Jahren schon mehr als 40 Prozent kastriert war. Bei dieser Untersuchung hat sich herausgestellt daß der Grund für diese Kastrationen eher selten mit einer im Hund anwesenden Ursache zu tun hatte.

Hier sollte der Rassenverein die Konsequenzen ziehen aus den Ergebnissen der Umfrage. Noch abgesehen von den obenerwähnten Aspekten wird es sicherlich noch Sachen geben die, durch die Weise auf der diese Untersuchung organisiert und ausgeführt wurde, noch zu wenig Aufmerksamkeit bekommen haben.
Es empfiehlt sich die hier präsentierte Gesundheitsinventarisation in einigen Jahren zu wiederholen damit man mehr Gewißheit bekommt über die beobachtete Probleme und deren Effekt mit der Zeit.
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