Ihre Rasse entdeckt ein möglich erbliches Problem. Was können Sie tun? Versuchen es zu ignorieren und hoffen daß es von sich aus verschwindet oder sofort eine Untersuchung anfangen um es aus zu rotten bevor es ausser Kontrolle geraten kann?
Es ist natürlich klar daß die Vogel-Strauß-Politik nicht viel gutes für die Rasse bedeuten wird, aber auch das letztere könnte ausser Kontrolle geraten und mehr Probleme verursachen als die womit die Rasse angefangen hatte.
Wie sollte eine Rasse an die Arbeit gehen ein Gleichgewicht zwischen totaler Apathie und dem übereifrigen Herangehen?
Es gilt zuerst die Offenheit über die Problemen bei den Menschen zu erreichen damit ein klares Bild entsteht.
Wenn ein Züchter in seiner Zucht ein Problem entdeckt ist das meistens nicht zum ersten Mal. Es muß andere Züchter geben die die gleiche Erfahrungen gemacht haben aber die zum reden zu bringen ist oft eine wahre Herausforderung.
Es sind vor allem die normale Hundebesitzer die das Schweigen brechen weil sie kein Interesse am Schweigen haben.
Eine andere Gruppe sind die Tierärzte die oft zu tun haben mit den Folgen der Defekte und dann darüberschreiben in der Fachpresse oder ihre Erfahrungen mit Kollegen durchsprechen.
Leider ist es oft so daß, wenn diese Phase erreicht wird, schon erheblicher Schaden angerichtet wurde wo frühzeitige Maßnahmen viel effektiver hätten sein können.
Nachdem festgestellt worden ist daß es das Problem wirklich gibt kommt die Frage auf wie man Informationen sammeln kann. Für Tierärzte ist es nicht so einfach Informationen preiszugeben ohne die ausdrückliche Zustimmung des Hundebesitzers und die Bereitwilligkeit individueller Besitzer veschwindet oft rasch nachdem die Hunde eingeschläfert wurden oder gestorben sind und einige von ihnen wollen nicht erinnert werden an den Schmerz beim Verlust des Kumpels.
Wenn es trotzdem gelungen ist Informationen zu sammeln gilt es diese umzuwandeln in praktische Ratschläge oder sie zu veröffentlichen. Dies erfordert eine sachkundige Unterstützung, die nicht immer leicht zu bekommen ist. Doch ohne diese Hilfe läuft die Rasse das Risiko sonst ganz brauchbare Teile des Genenpools zu verlieren.
Warum ist es so schwierig diese sachkundige Hilfe zu bekommen?
Uberraschend wenige Tierärzte sind dazu bereit sich sehr weit in Gesundheitsproblemen zu vertiefen.
Diese Situation wird verschlimmert durch die Probleme die es anscheinend zwischen den Tierärzten und den Hundezüchtern gibt im Kommunikationsbereich.
Wenn genetische Beratung notwendig ist stehen sogar noch weniger Experten zur Verfügung und die zwei Sachkundigen zu Zusammenarbeit zu bringen ist eine Herausforderung.
Ausserdem muß derjenige der die Beratung erstellt hat damit rechnen viel Kritik zu bekommen von diejenigen die am meisten betroffen sein werden wenn die Abstammungsdaten der betroffenen Hunden veröffentlicht werden würden. Ganz klar ein Fall des Erschiessen des Boten, also.
Gehen wir mal davon aus daß dies alles gelingt, wie kann man denn die Rasse beraten?
Das hängt zusammen mit dem Ausmaß der Kondition in der Rasse und der Art der Vererbung. Ab und zu gelingt es das Vorkommen der Kondition in einer Rasse so weit zurück zu bringen, daß sie fast zu vernachlässigen wäre, aber das kommt selten vor. Meistens wird es notwendig sein ein kontrolliertes Zuchtprogramm zu erstellen um somit langsam das Vorkommen der Kondition in der Rasse zurück zu dringen, in der Hoffnung daß in Zukunft noch mehr erreicht werden kann.
Die Entwicklungen eines solchen Zuchtprogrammes is jedoch sehr abhängig von einer guten Definition der Kondition. Sie erfordert eine klare Diagnose.
Auf den ersten Blick sieht das vielleicht ganz einfach aus. Leidet ein Hund z.B. an Epilepsie dann bekommt er einen epileptische Anfall; dann hat man also die Diagnose. Es gibt aber viele Ursachen für epileptiforme Anfälle und wenn sie nicht eine bestimmte Gruppe zugeordnet werden können wird diese Diagnose unklar.
Hat ein Hund ein Herzgeräusch, dann ist das eine gut umschriebene Diagnose, aber auch hier gilt daß es viele Ursachen gibt für das Auftreten eines Herzgeräusches und sollte die Diagnose weiter bestätigt werden, vielleicht durch ein Doppler-Kardiogramm oder ein E.E.G.
Die beste Bestätigung einer Diagnose ist nachwievor eine Autopsie, doch von den Besitzer die einen kranken Hund gepflegt haben ist es zu verstehen daß sie diesen Weg nicht gerne gehen möchten. Deshalb ist es nur ganz selten so daß am Ende des Weges eine Autopsie durchgeführt werden kann.
Eine Diagnose kann auch eine Meinung wiederspiegeln, ganz sicher gut untermauert und sich stützend auf Testergebnissen, doch noch immer 'nur' eine Meinung.
Das läßt dann den Zweiflern wieder Spielraum diese Ergebnisse anzufechten und wieder kann sich das ganze Bild verzerren.
Hat die Rasse Glück dann gibt es ein zuverlässiger Test mit dem man die Krankheit entdecken kann. So können kranke Tiere von der Zucht ausgeschlossen werden.
Natürlich kann man sich hiermit keine Übersicht verschaffen über die Trägertiere und diese sind nur ausfindig zu machen wenn die Rasse das Glück hat über einen genetischen Test zu verfügen.
Viele Menschen reden von einem genetischen Test als wären sie leicht zu entwicklen und anzuwenden.
Ich empfehle den Lesern mal einen Vortrag eines Genetikers über die Entwicklung eines Gentestes bei zu wohnen. Ich garantiere Ihnen daß es Ihnen vorkommen wird als würden Sie einem Außerirdischen zuhören und Sie werden kaum einen Satz wirklich gut verstehen können. Es ist eine Wissenschaft die sich im Technosprache hüllt und Sie werden ganz bestimmt nach Hause gehen mit dem Gefühl daß die ganze Materie sehr kompliziert ist and dß es sehr schwierig ist die verantwortliche Genen für welche Krankheit auch immer zu finden.
Und das stimmt auch!
Die Anstrengungen vieler Rassenvereine haben geführt zu Fortschritte und die drastische Einschränkung genetischer Konditionen in der Rasse. Auf dem Weg dorthin wurden die Verfechter des Zuchtprogramms ganz sicher im Streit verletzt und der Erfolg erlebte ganz sicher auch viele Rückschläge, Konflikte und kostete viele Arbeitsstunden.
Einem gelungenen Versuch wird mindestens ein wenig gut gelungener Versuch gegenüber stehen.
In vielen Fällen wird die Rasse schon zu heftig reagiert haben und sich total distanziert haben von den betroffenen Blutlinien. Das ist natürlich eine Dummheit dort wo der Genenpool schon beschränkt ist und wichtige Blutlinien betroffen sind. Ein klarer Fall vom wegschütten des Badewassers mit dem Kind.
In anderen Rassen sieht man wie Apathie aufkommt und es verändert sich nicht viel weil die Züchter die Empfehlungen zur Seite schieben.
Alles im allen wäre es also besser wenn eine Rasse die eigene Schwachpunkte kennt und mit den heutigen Kommunikationsmittel ist das was heute einem Person bekannt ist morgen schon weltweit bekannt.
Es würde sich für eine Rasse lohnen zu handeln wenn Probleme auftreten, doch sich auch guten Rat einzuholen wie man das alles machen soll.